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Chronik

Im Jahr 1952 wurde die Schützengesellschaft Oberau gegründet, man kann auch sagen wieder gegründet. Zwar soll es im Loisachort schon 1897 eine Zimmerstutzenvereinigung gegeben haben, doch Urkunden die das belegen können, sind nicht mehr vorhanden. Hinweise liefert nur ein Schießbuch der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Oberau, das im Speicher des Anwesens von Eugen Daisenberger durch Zufall gefunden wurde und Auskunft über Namen und Ergebnisse von Schießwettkämpfen im Zeitraum von 1924 bis 1931 gibt. Während des Krieges und in der Zeit danach kam der Schießsport vollständig zum Erliegen. Sämtliche Unterlagen aus früherer Zeit verschwanden oder wurden vernichtet.

Erst lange nach dem Krieg, Anfang der 50er-Jahre, lebte der Schießsport wieder auf und so fanden sich auch in Oberau Interessenten zusammen, die eine Neugründung der Schützengesellschaft ins Auge fassten. Am 3. Mai 1952 fand dann im damaligen Forsthaus-Cafe die erste Versammlung statt, bei der Anton Heiland zum 1. Schützenmeister gewählt wurde. Zu den ersten Anschaffungen gehörten zwei Luftgewehre zum Preis von 70 Mark. In Eigenarbeit wurde von den Mitgliedern die frühere Kegelbahn im Nebengebäude des Posthotels zur Schießstätte umgebaut und am 18. Oktober 1952 mit dem Eröffnungsschießen in Betrieb genommen. Für je 10 Schuss wurden 50 Pfennig kassiert. Die Ehrenscheibe stiftete Bürgermeister Josef Lichtenstern. Als erster Schützenkönig konnte sich 1953 Anton Heiland in die Chronik eintragen. In diesem Zusammenhang hat der Vereinsausschuss beschlossen, dass am Tag des Eröffnungsschießens dem Schützenkönig die Blaskapelle ein Ständchen spielt und ihm die Ehre gebührt, das Anfangsschießen mit dem ersten Schuss zu eröffnen.

Später wurde die Schießanlage im Hotel Post aufgegeben und man verlegte die Schießbahnen in den Gasthof Untermberg. Der Erlös aus der Weihnachtsfeier 1956 diente zur Anschaffung der Vereinsfahne. Am 27. und 28. Juli 1957 fand die Fahnenweihe verbunden mit einem großen Fest und einem Preisschießen statt. Doch auch im "Untermberg" mussten die Schießstände wieder abgebaut werden und man siedelte ins Werk Poettinger über. Als 1971 auch dort die Schießbahnen gekündigt wurden, entschloss man sich zum Bau eines eigenen Schützenhauses. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Schützengesellschaft war am 30. Juni 1974 die Einweihung des neuen Schützenheimes auf dem Sportplatzgelände. "Jahrelang waren wir auf Wanderschaft ohne bleibende Stätte. Nun haben wir ein eigenes Haus, das wir in Treue zur Schützensache für die Zukunft erhalten und bewahren wolle", sagte der damalige Schützenmeister Leo Faßler bei der Einweihung, die im Beisein von Bürgermeister Michael Fischer, den Farchanter Schützen und den Ortsvereinen stattfand.

Heute hat der Verein rund 80 Mitglieder. Geschossen wird fast nur noch mit dem Luftgewehr. Sportlich kann die Schützengesellschaft Oberau stolze, teilweise spektakuläre Erfolge vorweisen. Richard Dietzsch wurde 2009 in Osijek (Kroatien) Europameister mit dem Großkaliber im 300 m Liegendschießen, war mehrfacher Europacupsieger und holte sich auf nationaler Ebene zahlreiche Titel. Gauschützenkönig und anschließend Bezirksschützenkönig: Dieses Kunststück gelang Hermann Zimmermann im Jahr 2010. Die Mannschaft der SG schaffte 2011 bei den Rundenwettkämpfen den Aufstieg in die A-Klasse.

Neben dem Schießsport kommt auch das Gesellschaftsleben im Verein nicht zu kurz. So beim Sommerwettkampf, Grillfest oder dem Ortsvereine-Asphaltturnier. Von 1988 bis 2012 leitete Schützenmeister Hans Huber die Schützengesellschaft Oberau. Am 15. Juni 2012 wurde Hans Steinbrecher als Nachfolger von Hans Huber zum Ersten Schützenmeister gewählt.

Text: Günther Schneider, Fotoquelle: Günther Schneider, Ludwig Öller

 

Historisches Bild mit Fahne vor dem Gasthof Untermberg

von links: Marille Schwarz (Redinger), Monika Wischmann, Helga Löcherer (Bobinger),
Manfred Stahl (Buala), Michael Fischer (Miko), Ludwig Haaß

Fahnenweihe im Jahr 1957: Das Ereignis feierten die Schützen mit einem großen Fest.